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eSitjeni – Swaziland Oktober 2010

„Es ist ein bewegender Moment die Kinder und die engagierten Lehrerinnen in der Schule in sSitjeni zu erleben.
Der Glanz und die Freude in den Gesichtern von Zodwa und den in der Pre - School arbeitenden Pädagoginnen als verkündet wurde, dass alle verwaisten Kinder jetzt Paten in Deutschland haben, sind nicht mit Worten zu beschreiben.
Die aufgeregte Freude der Schüler als sie mitbekamen, dass für die Familien Grundnahrungsmittel besorgt wurden, ist unvergesslich. Teilweise wuchsen die Kinder beim Abtransport der Lebensmittel über ihre Kräfte hinaus.
Beeindruckend ist, dass trotz der schweren Lebensbedingungen viel Energie und Lernfreude bei den Kindern zu beobachten ist.
Beeindruckend ist auch das große Engagement von Zodwa.
Die tägliche Schulspeisung ist für die körperliche Unversehrtheit der Kinder, die teilweise auf sich allein gestellt sind, immens wichtig und ist die Grundvoraussetzung für die Lernfähigkeit der Kinder.
Wer einmal in die Gesichter der Kinder geschaut und sie im Schulalltag erlebt hat, entwickelt immer stärker das Bedürfnis, hier weiter zu helfen zu wollen.“

So schildert eine Freundin von mir, die mich nach Swaziland begleitete, ihre Eindrücke, die sie beim Besuch der Pre – und Primary School in eSitjeni gewann. Nun sind wir zurück, und ich kann berichten, dass unsere Reise ein großer Erfolg war. Durch die großzügige Unterstützung unserer Paten konnten wir für 12 Familien 5 Zentner Lebensmittel einkaufen und ihnen damit wenigstens für die nächsten 4 Wochen ein recht sorgenfreies Leben bereiten. Von ihrem Geld kauften wir für jede Familie (Gemeinschaft)

20 kg Maismehl
10 kg braunen Zucker
5 kg Bohnen
4 kg Seife
2,5 l Sonnenblumenöl
2 x 450 ml Thunfisch
2 x 8 Portionen Ochsenschwanzsuppe (!?)

Die Auswahl der Lebensmittel traf Zodwa, unsere Koordinatorin vor Ort, die die Bedürfnisse besser einschätzen kann als wir. Sie hatte auch die Kinder für den Nachmittag in die Schule eingeladen, um dort ihre Sachen abzuholen. Der Einkauf schien zunächst gar nicht zu bewältigen, aber Japhter, ein Elternvertreter, besorgte einen Pick Up mit Fahrer, keiner weiß, woher, der unseren Einkauf für 8 Euro vom Supermarkt in die etwa 8 km weit entfernte Schule transportierte. Im Supermarkt wirkten meine drei Freundinnen, Zodwa und ich für die anderen Kunden sicher wie eine Flashmobaktion! Wir kamen, kauften alles auf (es gab danach weder Zucker noch Bohnen im Regal, aber am nächsten Tag wieder), besetzten die Kasse, bezahlten, beluden das Auto und waren wieder weg! Ungläubige Augen beobachteten uns dabei! In der Schule warteten schon die Kinder, zum Teil mit verantwortlichen Omas und Tanten. Manche hatten Schubkarren dabei. In einer Klasse teilten wir die Lebensmittel in 12 gleiche Portionen, und auf jeder lag dann ein Brief von Euch, manchmal mit einem kleinen Geschenk, sodass sich jedes Kind seine Lebensmittel mit seinem Gruß aus Deutschland abholen konnte. Es ist kaum zu beschreiben, wie glücklich alle waren. So schön zu sehen, wie die Kinder und Erwachsenen sich gefreut haben! Es bedeutet ihnen viel zu wissen, dass sie Menschen haben, die an sie denken, die sich kümmern und sorgen.
Ich hatte noch mehr Geld dabei für Lebensmittel allgemein. Das gaben wir auf dem Obstmarkt aus und kauften einen Kofferraum voll Obst und Gemüse:

100 Orangen
10 Papayas
40 Avocados
8 kg Karotten
10 kg Zwiebeln

Alles das bekam die Schulküche, um damit die Mahlzeiten der nächsten Tage für die Kinder der Pre – und Primary School zu bereichern. Wir halfen dabei, an die Kinder je eine halbe Orange zu verteilen. Unbeschreiblich, welch ein Genuss das für sie war.

Ja, und „unser“ Schulgebäude ist inzwischen gestrichen, und wir konnten nochmals 500 € dort lassen, um die Zwischendecken einzuziehen. Für die Wanddeko ist schon gesorgt, die Schulleiterin, Lilian Dlamini hat Fotos der letzten Feste hier in Deutschland gerahmt, um sie dann dort im Flur aufzuhängen. Schön!

Der Erlös des diesjährigen Schulfestes, das mit uns zusammen an der Lohbergschule statt fand, betrug 2000 €. Damit soll ein Spielplatz für die Pre – School gebaut werden, und für die Kinder der Primary – School werden zwei Fußballtore aufgestellt.

Die größte Freude bereiteten wir jedoch mit der Nachricht, dass es uns gelungen ist, nochmals 12 Paten für die Kinder der Pre – School zu finden, die ihre Kinder ab Januar 2011 regelmäßig unterstützen.Damit haben wir dann also 32 Paten vom Kinderhaus, der Lohbergschule, von Freunden und Bekannten, die sich mit ihrem Interesse und ihrer Fürsorge dafür einsetzen, dass Menschen mit soviel Lebensmut und Freude Hilfe von denen bekommen, denen es besser geht.

Es gibt natürlich viele Fotos. Vielleicht kann man beim Betrachten einen Teil des beglückenden und befriedigenden Gefühls nachempfinden, das wir nach diesem Besuch hatten. Dafür danke ich allen Beteiligten sehr.

Renate Wenghöfer