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Neue Krippen braucht die Stadt - KiTa Ausbaustufenplanung noch nicht ausreichend!

01.02.2006 von Michael Höfer

Die Bedarfserhebung zur KiTa-Bedarfplanung der Stadt war wegen ihrer zu geringen Reichweite und der restriktiven Bedarfskriterien von freien KiTa-Trägern und politischen Repräsentanten der Stadt scharf kritisiert worden - trotz auch positiver Resonanz wegen der überhaupt ersten verlässlichen Erhebung zur Sachlage. Inzwischen wurden auf der kommunalpolitischen Ebene neue Akzente gesetzt. Der Stadtrat hat am 10.02.2006 zwei weitreichende und für die KiTa-Bedarfsplanung der nächsten Jahre folgenreichge asst.

Zum einen wurde auf Antrag von GRüNEN und SPD der enge Bedarfsbegriff des TAG erweitert. Nach TAG ist der Bedarf der Eltern nur dann zu berücksichtigen, wenn entweder beide Eltern berufstätig sind, sich in einer beruflichen Bildungsmaßnahme, Schulausbildung oder Hochschulausbildung befinden oder an einer Eingliederungsmaßnahme in Arbeit nach Hartz IV befinden - für allein Erziehende gilt dies entsprechend für den mit dem Kind zusammen lebenden Elternte vom Stadrat einstimmig beschlossene Erweiterung des Bedarfsbegriffs zielt darauf ab, dass der Wunsch aller Eltern nach einem Platz für ihr Kind in einer Tageseinrichtung als Bedarf gewertet wird. Hintergrund dieses weit reichenden Beschlusses ist die überzeugung, dass KiTas als Bildungseinrichtungen angesehen werden - und der Zugang zu einer Bildungseinrichtung muss aus Gründen der Chancengleichheit allen Kindern ohne Einschränkung offen stehen.

Zum anderen wurde die Sozialverwaltung auf Antrag der GRüNEN beauftragt, eine erneute Bedarfserhebung in der Göttinger Elternschaft durchzuführen. Dabei sollen dieses Mal allerdings alle Eltern von Kindern im Alter von 0 bis 10 Jahren angeschrieben werden - nur so ist gewährleistet, dass auch alle Interssierten die Möglichkeit einer Rückmeldung ihres Bedarfes haben und nur so lassen sich belastbare Zahlen zur weiteren Ausbauplanung der Göttinger KiTas erheben. Der Kinderhaus e.V. hatte dieses Verfahren im Gegensatz zur Stadtverwaltung bereits im letzten Jahr praktiziert und auf eigene Kosten die Bedarfsabfrage an alle Eltern in allen Gruppen und auf der Warteliste verschickt. Eine vergleichbar hohe Beteiligung ist auch dieses Mal so wichtig wie das letzte Mal. Wir bitten alle angeschriebenen Eltern, die Umfragebögen wieder an die Stadt zurückzusenden oder sie in den Einrichtungen des Kinderhaus e.V. abzugeben, wir werden sie auf jeden Fall weiterleiten.

Besonders der erste Beschluss hat Auswirkungen auf die KiTa-Bedarfsplanung: hat die Stadtverwaltung in ihrem jetzt vorgelegten Ausbauplan festgestellt, dass in den nächsten drei Jahren ca. 160 Krippenplätze und keine neuen Hortplätze geschaffen werden müssen, sorgt allein die Ausweitung des Bedarfsbegriffs auf der Grundlage der durch die Erhebung in 2005 bekannten Zahlen dafür, dass zusätzlich 83 Plätze für unter Dreijährige und 73 Hortplätze eingerichtet werden müssen.

Mit Spannung darf daher die erneute Bedarfsabfrage erwartet werden, die dann (hoffentlich) für eine solide Datenbasis für die weitere Ausbauplanung herhalten kann.

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