Blatt

Zurück

KiTa-Bedarfsplanung in der Stadt Göttingen bis 2010 vorgestellt - Ergebnisse der Elternbefragung

14.02.2008 von Michael Höfer

Am 14.02.2008 wurde im Jugendhilfeausschuss der Stadt Göttingen die neueste Fortschreibung des Kindertagesstätten-Bedarfsplans und die sog. Ausbaustufenplanung zur Erreichung eines bedarfsgerechten Angebotes an Betreuungsplätzen für unter dreijährige (und über sechsjährige) Kinder auf der Grundlage der umfassenden Elternbefragung aus dem Sommer 2007 vorgestellt. Diese Befragung lieferte - ausgewertet durch das Institut für Soziologie der Universität Göttingen - erstmals detaillierte Erkenntnisse über den Bedarf von Eltern in unserer Stadt. Die Ergebnisse in Kürze:

a) von ca. 9.300 ausgegebenen Fragebögen wurden fast genau ein Drittel wieder zurückgegeben. Die Umfrage ist daher ausreichend repräsentativ, es bleibt jedoch die Unsicherheit, welche Bedürfnisse die verbleibenden zwei Drittel haben.
b) von den 3.091 rückmeldenden Eltern äußern sich rund 62% mit ihrer Versorgung, 1.174 äußern einen Veränderungswunsch:

  • 594 davon haben bereits einen KiTa-Platz und wünschen sich überwiegend längere Betreuungszeiten, insbesondere im Bereich Kindergarten
  • 567 melden einen erstmaligen Bedarf an KiTa-Plätzen an, überwiegend im Bereich Krippe, erstaunlicherweise jedoch auch signifikant im Bereich Hort.

c) Die überwiegende Nachfrage geht nach Plätzen mit einer Betreuungszeit von ca. 7 Stunden, Angebote vor 6:00 Uhr und nach 18:00 Uhr werden nur sporadisch gewünscht. Das gilt ebenso für eine regelmäßige Betreuung am Wochenende, wohingegen Ferienbetreuung (für Schulkinder) stark nachgefragt wird.

Wer mehr über die Ergebnisse der Umfrage erfahren möchte, kann sich hier die Kurzfassung der Elternbefragung ansehen.

Die Ergebnise der Befragung haben Auswirkungen auf die Kindertagesstätten-Bedarfsplanung und die Ausbaustufenplanung. Ging das Bildungsdezernat noch 2007 von einer Bedarfsdeckungsquote von 28% im Bereich Krippe aus, wurde in der Aktualisierung nun ein notwendiger Versorgungsgrad von 43,7% aller Kinder im Alter von 0 bis 3 Jahren angenommen, d.h. die Stadt Göttingen benötigt zur Bedarfsdeckung insgesamt 1.235 Krippenplätze! Da diese bis Ende 2008 - wie vom Stadtrat 2005 gefordert - und auch nicht bis 2010 - wie vom Bund gefordert - zu realisieren sind, musste eine Ausbauplanung erstellt werden, die ausgehend von 849 Krippenplätzen, die am 01.08.2007 zur Verfügung standen, die Schaffung von weiteren rund 400 Krippenplätzen in den nächsten fünf Jahren ausweist. Vom Kinderhaus werden in 2008 10 Plätze in der Kleinen KiTa Gartemühle zum 01.08.2008 neu geschaffen, außerdem planen wir den Neubau einer zweigruppigen Krippe im Bereich Oststadt im Jahr 2009.

Auch für den Bereich Hort ergab sich ein Bedarf von ca. 100 zusätzlichen Plätzen - die freien KiTa-Träger hatten die Stadt in der Vergangenheit immer wieder auf diese Tatsache hingewiesen. Durch die Einrichtung einer Ganztagsschule mit angeschlossenem zweigruppigen Hort an der Leinebergschule durch den ASC Göttingen und zweier neuer Hortgruppen in der Innenstadt wird sich die Situation entspannen. Im Zuge der Entwicklung auf dem Leineberg gibt der Kinderhaus e.V. zwar sein Hortangebot in der KiTa Okerweg zum Sommer 2008 auf, aber Entlastung brachte bereits die Eröffnung unserer zweiten Hortgruppe an der Adolf-Reichwein-Schule mit 20 Plätzen zum 01.11.2007. Es wird im übrigen abzuwarten sein, wie sich die Nachfrage nach Hortplätzen durch den weiteren Ausbau der Ganztagsgrundschulen in der Stadt Göttingen entwickeln wird. Auch an der Hermann-Nohl-Schule, die zum Sommer 2007 in Kooperation mit dem Kinderhaus e.V. Ganztagsschule wurde, gehen unsere Überlegungen für das nächste Schuljahr inzwischen dahin, einen Verbund von Ganztagsschule und Hort herzustellen.

Zurück