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Nach 20 Jahren: älteste Kindergruppe des Vereins wird geschlossen

31.07.2005 von Michael Höfer

Traurig, aber leider wahr: zum 31.07.2005 wird die dienstälteste Einrichtung des Kinderhaus e.V., die Kindergruppe im Siedlungsweg in Rosdorf, ihren Betrieb einstellen müssen. Grund dafür sind zum einen die demografische Entwicklung und zum anderen die billige Konkurrenz.

In der Gemeinde Rosdorf gehen seit dem Sommer 2002 die Kinderzahlen rapide nach unten. Bemerkbar macht sich dieser Trend zunächst an der Nachfrage nach Kindergartenplätzen (für Kinder zwischen 3 und 6 Jahren) und führt seit Sommer 2003 zu größeren Leerständen in allen KiTas. Um Schließungen von Gruppen abzuwenden und ihr Personal zu halten, nehmen seitdem immer mehr Träger auch Kinder in ihre Kindergärten auf, die noch nicht drei Jahre alt sind (Krippenkinder) - das Nds. KiTaG erlaubt die Aufnahme von bis zu drei Kindern dieser Altersstufe. Die Gemeinde Rosdorf stellt den Trägern in zwei Gemeinderatsbeschlüssen diese Praxis frei, ohne dass die kommunale Förderung dadurch gefährdet wird, d.h. die KiTas können Krippenkinder zu den Tarifen des Kindergartens aufnehmen. Es entstehen so ca. 15 subventionierte "billige" Krippenplätze, billig deswegen, weil unsere beiden Kleinen KiTas in Rosdorf (Siedlungsweg und Hambergstraße) als reine Krippeneinrichtungen wegen der geringeren Gruppengrößen (10 Kinder) deutlich höhere Beiträge nehmen müssen. Diese Praxis führt dazu, dass insbesondere die Einrichtung im Siedlungsweg, die in der Nachbarschaft mehrerer kirchlicher KiTas liegt, von Eltern nicht mehr nachgefragt wird.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich im Rosdorfer Ortsteil Obernjesa eine Kleine KiTa für Krippenkinder etabliert, die ebenfalls deutlich billigere Plätze als der Kinderhaus e.V. anbietet, und zwar aus dem Grund, dass diese Einrichtung ihren Beschäftigten keine tariflichen Vergütungen nach BAT zahlt, sondern offensichtlich nur Mini-Job-Löhne. Uns wurde bekannt, dass wegen der Kosten Eltern sogar von Rosdorf nach Obernjesa fahren. Mit derartigen Dumping-Preisen können und wollen wir nicht konkurrieren.

Beide Ursachen bewirken, dass zu Beginn des Jahres 2005 nur noch 5 Kinder im Siedlungsweg betreut werden - zu wenig, um die Gruppe wirtschaftlich erhalten zu können. Der Kinderhaus e.V. entschließt sich daher schweren Herzens zur Schließung der Gruppe. Für Kinder, die im Kinderhaus bleiben wollen, können wir Ersatzplätze in der Kleinen KiTa Hambergstraße zur Verfügung stellen. Die beiden Beschäftigten in der Kindergruppe müssen erfreulicherweise nicht in die Arbeitslosigkeit entlassen werden - sie werden ab Sommer 2005 in den neu entstehenden Gruppen an den Max-Planck-Instituten eingesetzt.

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