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Bildungsreise nach Reggio Emilia

01.04.2008 von Michael Höfer

Zwischen dem 30.03. und dem 04.04.2008 machte sich eine Reisegruppe von 11 KollegInnen aus dem Kinderhaus e.V., verstärkt durch zwei KollegInnen aus dem KEI-Kindergarten und einer Kollegin aus Hamburg auf zu einer Bildungsreise zu den Wurzeln der Reggio-Pädagogik. Innerhalb dieser Woche wurde ein Bogen gespannt von der Geschichte Italiens seit der Bildung des italienischen Nationalstaates 1860 - unter dem besonderen Blickwinkel der Emilia Romagna - über die Erfahrungen des Faschismus und der Resitenza bis zum Aufbau der kommunalen KiTas in Reggio in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts, deren Entstehung wohl nur durch diese besonderen historischen Wurzeln zu verstehen ist.

Durch die Vorträge und Gespräche mit Zeitzeugen wurde den Bildungsreisenden deutlich, dass der Aufbau kommunaler KiTas - als gewolltes Gegengewicht zu den pädagogisch sehr traditionellen konfessionellen KiTas - und die damit verbundene Entwicklung der pädagogischen Ideen von Loris Malaguzzi nur im Zusammenwirken mit dem sozialpolitischen Engagement der italienischen Frauenbewegung, speziell der Unione Donne Italiane (UDI), und ihrer Verankerung in der Kommunalpolitik in Reggio möglich wurde.

Wir hatten dann die Gelegenheit, mehrere KiTas und Krippen, die nach der Reggio-Pädagogik arbeiten, zu besuchen und mit den MitarbeiterInnen und der Fachberatung über unsere Eindrücke und Fragen, aber auch unsere kritischen Anmerkungen, ins Gespräch zu kommen. Einer der Höhepunkte der Reise war der Besuch der Einrichtung "ReMida", in der Recycling-Material kunstpädagogisch aufbereitet ausgestellt wird. Diese Abfälle aus industrieller Produktion gewinnen durch die Präsentation als Kunst-Objekte einen neuen (Gebrauchs-)Wert. Gegen eine geringe Gebühr kann sich jede/r, der in sozialen Einrichtungen arbeitet, sich von der Präsentation und dazu angebotenen Workshops inspirieren lassen und sich Material für die Verwendung in eigenen Bildungsprojekten mitnehmen. Die Reisegruppe war sich einig, dass so eine Einrichtung uns in Göttingen fehlt.

Als Fazit der Bildungsreise kann festgehalten werden, dass alle mit einer Fülle von Eindrücken und Anregungen für die eigene Arbeit zurückgekehrt sind. Es wird Mitte Mai eine Nachbereitung der Reise geben, auf der besprochen wird, in welcher Form sich der Kinderhaus e.V. weiter mit dem Thema der Reggio-Pädagogik auseinandersetzen kann.

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